Ein Museum in Nanjing dokumentiert das Geschehen mit Fotos, Texten und Videos und verlangt einem dabei einen guten Magen ab. Bei dem ganzen ist natürlich etwas Vorsicht angebracht: Ein dämonisierter Feind (hier: Japaner) haben noch keiner Regierung geschadet. Ist es richtig, ein schlimmes Verbrechen anzuklagen? Natürlich! Aber die Darstellung ruft doch einen ziemlich starken die-gegen-uns Effekt hervor - so wird in jeder Bildunterschrift wiederholt: Das Massaker duch japanische Invasoren. Das ist auch sicher nicht Zufall - ein Text am Museumsausgang zitiert den chinesischen Ex-Präsidenten Jiang Zemin:
"This is a good place to carry out patriotic education. We must never forget the patriotic education of the young, and this tragic history must also never be forgotten."

Der Besuch war natürlich ziemlich bedrückend - die Japaner haben Nanjing erobert und danach innerhalb von sechs Wochen 300.000 Chinesen ermordet, inklusive Folter und Vergewaltigung. Für die Japaner waren die Chinesen damals nicht viel mehr als Tiere, und die Generäle wollten systematisch den Widerstandswillen in der Bevölkerung brechen. Die Hälfte der Toten stammt aus Erschießungskommandos, in andere Hälfte wurde spontan ermordet.. Wir mussten uns danach etwas Erholung mit einem kleinen Spaziergang entlang der Stadtmauer und des südlichen Kanals um die Stadtmauer (Foto siehe oben) gönnen. Irgendwann haben wir uns auf dem Weg zum Purpurberg im Osten der Stadt verlaufen und konnten nur noch einen Bus zum Mausoleum von Sun Yat-sen nehmen; der Eintritt war dann aber so unverschämt hoch (140 Yuan), dass wir statt dessen eine kleine Tour mit dem öffentlichen Nahverkehr um den Purpurberg gemacht haben. Immerhin, entgegen Julias und meinen Befürchtungen ist uns Feide während des Trips nicht abhanden gekommen (er ist etwas .. unorganisiert). Am Ende hatten wir nicht mehr viel Zeit hatten und konnten nur noch schnell in den Foreign Languages Bookstore (gibts in Hefei nicht) und was Essen. Ah, und ein Bier für die Rückfahrt kaufen.
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